Pro Village - Teil I


Wer steht hinter Pro Village? - Teil 1

von Bea Liebisch

Zu Beginn des Jahres habe ich mich mit Galina Kiseleva, Gründerin und Wegbereiterin von Pro Village für ein Interview getroffen. Das sehr spannende und aufschlussreiche Gespräch über Idee, Konzept und Vision der Initiative Pro Village habe ich für euch im folgenden Beitrag zusammengefasst.

.

©Patrizia Liebisch 

Für das Interview habe ich Galina im Pro Village besucht, ihrem zweiten Zuhause, wie sie es liebevoll nennt. Das Areal ist wunderschön, weitläufig und sehr liebevoll gestaltet. Bei einem Kaffee und ein paar Keksen hat die Reise unseres Gesprächs bei ihrer Person und ihrer Herkunft begonnen.

Galinas Heimat ist Russland, die gebürtige Moskauerin lebte viele Jahre in der Weltmetropole und begann nach ihrem Studium in einem internationalen Kosmetikunternehmen ihre berufliche Karriere. Durch das Angebot als Managerin zu arbeiten, öffneten sich für die Moskauerin neue Türen. Galina erzählte mir von der unglaublich spannenden Arbeit und dem Engagement und der Begeisterung, die ihrer Mitarbeiterinnen täglich zeigen:

Durch die Zusammenarbeit mit den Frauen und das gegenseitige Vertrauen in dieser Firma lernte ich einiges für mein Leben, ich mag die Arbeit sehr.“

Galina, wie bist du bzw. ihr auf die Idee gekommen einen Ort wie das Pro Village zu schaffen?

Galina: Der Gedanke einen Teil meines Lebens Hunden zu widmen ist weniger eine Idee gewesen, vielmehr war es, ist es noch heute, ein Gefühl. Ich hatte in meinem Leben zwei prägende Träume, den ersten in einem noch sehr kindlichen Alter, den zweiten Traum dann etwas später. Beide hatten etwas mit Hunden zu tun.
Vom Kindesalter an habe ich das Gefühl mit Hunden verbunden zu sein, sie zu verstehen und das Bedürfnis, ihnen zu helfen.

Hattest du als Kind einen Hund?

Galina: Es war immer mein Traum einen eigenen Hund zu haben, es brauchte zunächst allerdings viel Überredungskunst, meine Eltern davon zu überzeugen, dass wir einen Hund bei uns aufnehmen sollten. Als sie schließlich einwilligten, erkundigte ich mich nach den verschiedenen Rassen. In Russland war es zur damaligen Zeit üblich, einen Rassehund zu halten.

Meine erste Wahl fiel auf einen russischen Jagdhund, für mich damals ein echter Hund. Letztlich entschieden wir uns allerdings auf einen Labrador, da ein Jagdhund doch sehr viel mehr Erfahrung und auch Arbeit mit sich bringt, die ich und meine Familie damals nicht hatten.

Nach einem hin und her, welchen Hund wir nun nehmen würden, entschieden wir uns für einen vier Monate alten Welpen, welcher einen Tag zuvor in einem Container auf der Straße gefunden und gerettet wurde. Für mich war dieser Tag sehr emotional und ich freute mich unheimlich über meinen ersten Hund Jim.

©Galina Kiseleva mit ihrem Hund Jim

Galina: Später wollte ich mein Interesse zum Beruf machen. Zur damaligen Zeit gab es allerdings nur wenige Möglichkeiten sich dahingehen auszubilden. Dazu kam, dass die Arbeit mit Hunden sehr streng, schroff und fast ausschließlich in Männerhand war. Damals fand ich für mich nicht den passenden Weg, um in diesem Bereich Arbeit zu arbeiten.

Galina: In den vergangenen Jahren hat sich hier allerdings viel geändert: Hunde werden heute vermehrt als ein vollwertiges Familienmitglied gesehen, sie leben im Familienverband, auch verstehen wir heute die Psychologie, Physiologie und Ethologie der Hunde besser. Es gibt heute einfach unglaublich viele Möglichkeiten mit Hunden oder für Hunde zu arbeiten.

Als ich vor 12 Jahren nach Österreich kam, bemerkte ich, dass auf den Straßen sehr viele Hundebesitzer mit Mischlingshunden unterwegs waren. Sehr viel mehr, als ich es aus Moskau gewohnt war. Das hat mich damals sehr berührt, denn die Haltung eines Mischlings war in Moskau eher ungewöhnlich. Es sind oft Straßenhunde oder Hunde, die im Tierheim leben. Hier sind es Hunde, die in den Familienverbund integriert sind.

Mit diesem Gedanken kam eine Idee: Arbeitsbedingt flog ich ohnehin einmal im Monat nach Moskau, ich könnte auf meinem Weg einen Hund von Russland mitnehmen und hier ein neues Zuhause für ihn finden.

Die Idee wurde Realität, gemeinsam mit Peter gründete ich den Verein
„Your Chance To Help“.

Auf meinem Flug von Wien nach Moskau brachte ich Medikamente für Schmetterlingskinder (Kinder mit der nicht heilbaren Hauterkrankung „Epidermolysis bullosa“ werden als „Schmetterlingskinder“ bezeichnet, weil ihre Haut so verletzlich ist, wie die Flügel eines Schmetterlings) in Russland mit und auf meinem Rückflug nach Wien begleitete mich ein Hund aus einem der ohnehin überfüllten Tierheime in Moskau. Ich hatte das Gefühl, nicht umsonst zu fliegen, mein Gefühl sagte mir, dass ich das Richtige tue.

©Patrizia Liebisch

Habt ihr Fragen an mich, Galina oder Peter? Oder möchtet ihr Informationen zu den Hunden, zur Adoption eines Hundes oder wollt ihr mehr über das Angebot von Pro Village erfahren? Dann schreibt uns eine Mail an info@pro-village.eu, oder schmökert weiter auf der Website www.pro-village.com und besucht unseren Webshop www.pro-dogshop.com.

Im nächsten Beitrag erfährt ihr mehr darüber, wie es mit Galinas Mission Hunden zu helfen weitergegangen ist!


Hinterlasse einen Kommentar


Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen